silence

silence

i was never fluent in silence. i spoke empty words and talked too much and i talked about talking too much because silence scares me. i never liked her, the beautiful figure of not saying anything. the worth of not shooting a gun of words at any given time to kill the possibility of a question.

silence means letting go. not controlling the situation. always being the one to ask questions, doing sneaky topic changes, never letting anyone get to close to me. safety hazards to the perfect daughter / student / friend not allowed. shooting bullets at every moment of nothing.

i hate hearing myself talk. i know i drown myself and others in stories, that are neither new nor funny to them or me. i can’t change that. no matter how hard i try. silence scares me. silence will scare me. forever.

krank-bleiben

krank-bleiben

vielleicht will ich nicht gesund werden
vielleicht ist gesund sein nicht glücklich sein
vielleicht will ich krank sein und dafür in discos gehen, das flackerlicht und den alkohol genießen
vielleicht will ich krank sein und dafür wenig schlafen, viel kaffee trinken, viel lernen und erfolgreich werden.
vielleicht will ich krank sein und trinken, so viel bis ich mich übergebe, jedes wochenende, weil man das so macht, wenn man studiert.
vielleicht will ich nicht gesund werden 
vielleicht will ich krank bleiben
aber dafür jung sein
dafür ich sein
dafür niemand sein müssen

vaterfigur

vaterfigur

mit acht jahren ließ mein vater meine schwester und mich regelmäßig lieder auswendig lernen. wer jetzt an kinderlieder denkt, denkt falsch. es ging in den liedern um tritte und schläge, um macheten und kurzstreckenraketen. wir waren der partygag zu seinen pokerabenden. wir rezitierten stellen, in denen der sänger davon singt, dass er ein messer an seine pulsadern führt.

nach der scheidung von meiner mutter hat mein vater es nie geschafft, ein umfeld zu schaffen, dass für kinder geeignet war, nicht einmal ein bisschen. wir waren trophäen seiner unfähigkeit. das ergebnis unüberlegter entscheidungen. souvenirs einer gescheiterten ehe. und ein übler partygag, den nie jemand verstand. eine beziehung, von mit noten und ehrenhaften hobbys käuflicher liebe geprägt. auf eine gewisse art der beginn vom ende.

ich bin erwachsen geworden, weil er es nie wurde. ich bin herangewachsen damit, jedes zweite wochenende zu pendeln, zwei stunden pro weg, um mich anschreien zu lassen. ich bin immun geworden, gegen rücksichtslosigkeit, gegen die oberflächlichkeit einer elterlichen beziehung. der schmerz sitzt tief, wo niemand an ihn rankommt, denn nur perfekt sein kann jemals an der unteren grenze des „gut-genug-seins“ kratzen.

danke für rein gar nichts.